{"id":119,"date":"2013-09-18T10:51:16","date_gmt":"2013-09-18T10:51:16","guid":{"rendered":"http:\/\/dr-marcus-mau.de\/?p=119"},"modified":"2018-05-25T20:35:48","modified_gmt":"2018-05-25T20:35:48","slug":"ist-chinas-lebensader-bald-fischfrei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dr-marcus-mau.de\/?p=119","title":{"rendered":"Ist Chinas Lebensader bald fischfrei?"},"content":{"rendered":"<p>von Dr. Marcus Mau<\/p>\n<p><i>Der Jangtsekiang, Chinas l\u00e4ngster Fluss, steht vor dem \u00f6kologischen Kollaps. Dies berichteten Wissenschaftler bereits Mitte August auf China Daily. Der Bau von Wasserkraftwerken in Kombination mit einer seit Jahrzehnten unver\u00e4nderten \u00dcberfischung hat den Fluss an den Rand des Zusammenbruchs gef\u00fchrt. Gesetzliche und politische Hilfe, die Katastrophe noch zu verhindern, gibt es kaum, mahnen die Forscher mithilfe des World Wildlife Fund (WWF) an.<\/i><\/p>\n<p>Im Juni 2013 machte sich das 32-k\u00f6pfige Forscherteam zu einer 12-t\u00e4gigen Expedition entlang des Jangtse auf. Es sollte die erste wissenschaftliche Untersuchung ihrer Art werden, um den Zustand der Feuchtgebiete entlang des Flusses, die Wasserqualit\u00e4t und den Fischreichtum dieser Lebensader Chinas zu erfassen. Doch das Ergebnis schreckt auf: der Jangtsekiang stirbt.<\/p>\n<p><b>Der Bau von Staud\u00e4mmen und Wasserkraftwerken l\u00e4sst das Gleichgewicht kippen<\/b><\/p>\n<p>Nach den Energiepl\u00e4nen des Landes sollen insgesamt 25 Wasserkraftwerke auf 2.308 Kilometern Flussl\u00e4nge gebaut werden. Das hei\u00dft, dass alle 100 Kilometer ein Kraftwerk entsteht oder bereits den Betrieb aufgenommen hat. \u201eDies wird den Jangtse in Sektionen zerschneiden und die Wasserverh\u00e4ltnisse auf Dauer ver\u00e4ndern\u201c, sagt Zhao Yimin, Vorsitzender des Jangtse-Komitees\u00a0 zur Ressourcenwahrung. Zudem bem\u00e4ngelt er die Umsetzung der derzeitigen Gesetzeslage, die f\u00fcr jeden Bauantrag eine vorausgehende Risikoanalyse vorschreibt. In der Realit\u00e4t jedoch werden viele Wasserkraftwerke bereits lange vor der Entscheidung gebaut.<\/p>\n<p>\u201eWasserkraftwerke erw\u00e4rmen das Wasser und sch\u00e4digen damit Pflanzen und Tiere im Fluss\u201c, sagen Wissenschaftler. Au\u00dferdem ver\u00e4ndern sich durch die Staumauern die Str\u00f6mungsverh\u00e4ltnisse im Jangtse, sodass bereits heute ein Drittel weniger Schlamm flussabw\u00e4rts transportiert wird. \u201eFlussaufw\u00e4rts bedeutet dies, dass die Wasserqualit\u00e4t f\u00fcr Fische und f\u00fcr die Trinkwassergewinnung deutlich abnimmt\u201c, bemerkt Chen Jiakuan, Professor der Fudan Universit\u00e4t in Shanghai.<\/p>\n<p><b>Die Artenvielfalt der Fische ist bereits um 88 Prozent gesunken<\/b><\/p>\n<p>Das Leben f\u00fcr die Fische im Jangtse wird zunehmend schwieriger. Die Fischerei produziert j\u00e4hrlich etwa 100.000 Tonnen Fisch; eine Zahl, die die Regenerationsf\u00e4higkeit vieler Fischarten weit \u00fcbersteigt. Nur noch 12 Prozent der einstmals im Jangtsekiang beheimateten Fischarten haben dies bis heute \u00fcberlebt. \u201eDie gesetzlich eingef\u00fchrte Schonzeit von drei Monaten reicht nicht aus, um den R\u00fcckgang der Populationen aufzuhalten\u201c, f\u00fcgt Zhao hinzu. Die Menschen entlang des Flusses k\u00f6nnen tagt\u00e4glich ihren frischen Fisch kaufen und sind sich der Probleme gar nicht bewusst. \u00c4ndert sich nichts an der gegenw\u00e4rtigen Situation, dann wird der Jangtsekiang bereits in wenigen Jahren fischfrei sein.<\/p>\n<p>\u201eDas Beste f\u00fcr den Fluss und seine Fische w\u00e4re ein komplettes Fangverbot\u201c, sagt Zhao. Doch der Hunger nach Fisch und Energie ist gro\u00df in China und die Einsicht zu \u00f6kologischem Handeln entsprechend gering.<\/p>\n<p><b>Quelle:<\/b> https:\/\/europe.chinadaily.com.cn\/business\/2013-08\/16\/content_16899304.htm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Dr. Marcus Mau Der Jangtsekiang, Chinas l\u00e4ngster Fluss, steht vor dem \u00f6kologischen Kollaps. Dies berichteten Wissenschaftler bereits Mitte August auf China Daily. 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